Prinzip der Ergotherapie

Prinzip der Ergotherapie

Im Vordergrund der ergotherapeutischen Behandlungsmethode steht der ganzheitliche Mensch mit seinen Fähigkeiten im sozialen Kontext.

Dies bedeutet, das diverse Lebensumstände und Krankheitssymptome zwar zur Kenntnis genommen werden, aber weniger Therapieinhalt darstellen, als vielmehr der Schwerpunkt auf die (Wieder-)erlangung der (verloren gegangenen) allgemeinen Fähigkeiten gelegt wird.
Es ist kurzsichtig gedacht, wenn der Patient Wert auf die Wiedererlangung einer Einzelfunktion Wert legt, darüber hinaus aber seine Gesamtsituation falsch bewertet.
Ziel ist es somit, dem betroffenen Menschen unterstützend und begleitend zu helfen, seine Handlungsfähigkeit aufzubauen und zu stärken, um sich wieder in seinem sozialen Umfeld zurechtzufinden, zu integrieren, eine individuelle Gestaltung seiner Umwelt zu ermöglichen, damit er aktiv am Alltag teilnehmen kann.

Hierzu werden künstlerische, handwerkliche, manuelle und geistige Fähigkeiten gezielt gefördert und stetig geübt, „eingeübt“.
Dies kann je nach Krankheitsbild, Belastbarkeit und individueller Einschränkungen des Patienten in Einzeltherapiesitzungen, in Kleingruppen oder als Gruppentherapie durchgeführt werden.
Letztere Therapieform eignet sich besonders, um kommunikative und soziale Fähigkeiten zu trainieren.

Der Erfolg einer Therapie hängt entscheidend davon ab, dass bereits zu Beginn der Behandlung gemeinsam mit dem behandelnden Ergotherapeuten ein individueller Therapieplan erarbeitet und aufgestellt wird. (Ein Behandlungsplan nah am Patienten.)
Hier wird bereits die Zielrichtung und das zu erreichende Ziel der Therapie festgelegt, maßgeblich, welche Einschränkungen behandelt und welche Fertigkeiten vorrangig geübt werden sollen, welche
Erwartungen der Patient hegt und welche als unrealistisch ausgeräumt werden müssen.

Der Mensch im Zentrum der Behandlung gibt durch seine Anamnese den Ansatzpunkt der Behandlung, ist Maßstab hinsichtlich Umfang, Ausdauer und Intensität der Behandlung und gibt aufgrund seiner Möglichkeiten die Zielrichtung vor, die durch erreichen kleinerer Zieletappen ein entfernteres Ziel anstrebt.
Die Aufgabe des Ergotherapeuten besteht unter anderem darin, den Menschen in seiner Gesamtheit zu erfassen, seine individuelle Belastungsgrenzen zu erkennen und auszuloten, um die Behandlung entsprechend anzupassen. Fordern, aber nicht überfordern.